16 Jahre Angela Merkel – werden wir sie vermissen?

Jungen Menschen, die politisch nur eine:n Bundeskanzler:in kennen, steht am 26. September eine große Veränderung bevor. Es wird die erste Wahl in unserer Erinnerung sein, in der wir nicht Angela Merkel als Siegerin sehen werden. 

Diese Wahl wird sehr vieles verändern. Wir werden nicht mehr den kühlen, abwartenden Kopf an der Spitze unserer Regierung sehen. Einen Kopf, der linksdenkende Menschen zwar um die ein oder andere Nacht gebracht hat, aber stets sicher durch etliche Krisen geführt hat. Wenn auch selten nach unserem Geschmack, weil dies oder das fehlte. Aber die Krise wurde bewältigt. 

Jetzt am Ende dieser Zeit, der einzigen Zeit, die wir kennen, stehen uns Mammutaufgaben bevor. Die Klimakrise ist eine davon. Genau deshalb kann diese Zeit nach Angela Merkel noch viel düsterer werden. So konnten wir bei Merkel stehts wissen, dass sie wenigstens ein Ohr für die Wissenschaft hatte, auch wenn am Ende oft nicht mehr als warme Worte herauskamen. 

Warme Worte, die der gewünschte Nachfolger der Union, nicht einmal finden könnte, wenn diese gedruckt auf seinem Redemanuskript stünden. Armin Laschet ist ein Kanzlerkandidat, der Demokrat:innen Angst machen muss. Er stimmt offen der AfD zu. Hat so viel Ahnung vom Lösen der Klimakrise wie Andreas Scheuer es versteht, sein Amt niederzulegen. Es wird uns anders bei dem Gedanken, dass wir irgendwann von einem Bundeskanzler regiert werden könnten, der den Spitznamen „Würfel-Armin“ trägt, weil er in seiner Zeit als Dozent an der Universität Aachen Klausuren verschlampte und eine:n Studierenden bewertete, der die Klausur nicht mitgeschrieben haben soll. 

Wir könnten also bald einen Kanzler haben, welcher lieber – überspitzt gesagt – würfelt als einen Fehler zuzugeben. Jetzt könnten wir uns denken, dass ein solcher Politiker wohl kaum eine realistische Chance hat gewählt zu werden. Das Unglück unserer Generation ist jedoch die Tatsache, dass er von einer Wählerschaft gewählt wird, die die Union wählen, weil sie es schon immer so gemacht haben. 

So müssten wir nun wie viele Nutzer auf den sozialen Medien zu dem Schluss kommen, dass wir angesichts dieses potentiellen Nachfolgers Angela Merkel wohl schmerzlich vermissen werden. 

Ich widerspreche. Wir werden 16 Jahre Stillstand nicht vermissen. Wir müssen jetzt schließlich anpacken. Seit 16 Jahren wurde jedes Problem in unserem Land nur wie ein Loch geflickt. Doch genau deshalb ist alles ein wenig schlimmer geworden. Wer aus Angst 16 Jahre Stillstand eine:n Bundeskanzler:in links der Mitte vorzieht, hat nur Angst vor der kommenden Veränderung. 

Lasst uns diesen Sommer zusammenstehen und gemeinsam Wahlkampf führen, um unser Land nicht Würfel-Armin zu überlassen. Lasst uns uns für unsere Werte und Prinzipien einsetzen, um die entstandenen Probleme endlich zu lösen und mit guter Politik all die Verdrossenen überzeugen, dass nicht Politiker:innen im Allgemeinen an allem schuld sind, sondern die aktuelle Lage auf den Mist der Union gewachsen ist. 

Diese Wahl wird eine besondere und ich hoffe sehr auf ein Happy End.

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