Frau Merkel, entlassen Sie diesen Mann!

Wie schnell ein Aufschrei doch verklingen kann.

Vor zwei Wochen hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt mit seiner  nicht abgesprochenen Zustimmung zur Verlängerung der Einsatzzeit des Unkrautvernichters Glyphosat landesweit für Aufsehen gesorgt.
Wirkliche Konsequenzen haben sich bislang jedoch nicht eingestellt. Weder hat Schmidt seinen Posten geräumt, noch ist die Umweltministerin Barbara Hendricks aus Protest zurückgetreten. Selbst die Kanzlerin, die vorgibt, von Schmidts Vorgehen im Vorfeld nichts gewusst zu haben, gibt sich gnädig und belässt ihren Minister im Amt.

Mit seiner Zustimmung hat der Minister eine nachhaltige Schädigung von Mensch und Natur in Kauf genommen. Vermutlich erst in einigen Jahren werden wir die wirklichen Auswirkungen von Glyphosat zur Gänze erforscht haben, wenn überhaupt. In einem Punkt sind sich die meisten Forscher*innen aber einig: Nämlich dass es definitiv gesundheitsschädlich ist. Wie kann ein vernünftig denkender Mensch auf die Idee kommen, eine derartige Ungewissheit in unser Leben zu holen?
Wenn ein Medikament zugelassen werden soll, dann muss es zuerst dutzende von Tests durchlaufen, damit zweifelsfrei bewiesen werden kann, dass es keine schädlichen Nebenwirkungen auf den menschlichen Organismus entwickeln kann.
Das kostet Zeit und eine Menge Geld. Das ist aber auch genau richtig so, schließlich geht es um unsere Gesundheit.
Glyphosat hat solche Tests nicht durchlaufen.
Trotzdem nehmen wir es ständig zu uns. Das Pestizid ist in der Nahrung und teils auch in der Luft. Wenn Glyphosat wirklich krebserregend ist, wie Teile der Forschung überzeugt sind, dann  setzen wir uns unfreiwillig einem Gift aus.
Und das nur um das Gewinnstreben des Chemiegiganten Monsanto nicht zu behindern. Denn genau darum geht es hier eigentlich: Der Agrarkonzern profitiert erheblich von seinem Produkt Glyphosat und würde natürlich gerne weiterhin satte Gewinne einfahren.
Dass Konzerne wie Monsanto nicht unbedingt das Wohl von Mensch und Natur in den Mittelpunkt stellen, ist inzwischen vermutlich jedem*r klar geworden.
Erschreckend ist, wie groß mittlerweile ihr Einfluss auf die Politik in Deutschland geworden ist.
Politiker*innen die ihren Auftrag, die Wähler*innen zu vertreten nicht ernst nehmen, und lieber die Interessen der Wirtschaft zu wahren versuchen, sind keine Volksvertreter*innen, sondern Lobbyisten.
Ein Minister, der sein Amt derart missbraucht, hat nicht die Legitimität zu regieren, geschweige denn die Bürger*innen Deutschlands zu vertreten.
Eine bloße Rüge der Kanzlerin ist für die Schwere des Vergehens nicht angemessen. Angemessen ist auch nicht die bloße verbale Konfrontation der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Sie hätte diesen massiven Vertrauensbruch mit ihrem eigenen Rücktritt beantworten sollen. Das Blatt hat sich scheinbar gewendet. Merkels Dauerstrategie, Skandale auszusitzen scheint wie immer aufzugehen. Doch die Wähler*innen sind nicht dumm. Sie werden es nicht vergessen.
Die Glaubwürdigkeit beider Regierungsparteien steht auf dem Spiel.

Frau Merkel, wenn Sie verhindern wollen, dass Ihrer Regierung mehr und mehr das Vertrauen entgleitet, dann ziehen sie Konsequenzen, dann entlassen Sie Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt.

 

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